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Großer Übungsalarm


21.10.2011

1. aus Sicht eines Reporters (Text und Bild aus der Kitzinger Zeitung von Herrn Pfannes)
Volkach - Enge Gassen, parkende Autos, störende Lieferfahrzeuge: Sollte es in der Mädchenrealschule der Dillinger Franziskanerinnen in der Volkacher Altstadt einmal brennen, dann müssen die Einsatzkräfte mit erheblichen Behinderungen und unvorhersehbaren Situationen rechnen.
Die Übung der Freiwilligen Feuerwehren aus Volkach und Gaibach am Freitagvormittag deckt die Problemzonen im Katastrophenfall gnadenlos auf. Zwei parkende Autos in der Badgasse machen den Einsatz der Floriansjünger vom Marktplatz her unmöglich. "Die Gasse wird permanent zugeparkt, obwohl dort ein Warnschild angebracht ist. Die Einsatzkräfte kommen überhaupt nicht bis an den Brandort hin", sagt Kreisbrandinspektor Norbert Kempf verärgert. "Feuerwehrausfahrt Tag und Nacht frei halten" steht auf dem Schild am hinteren Eingang zum Kloster St. Maria geschrieben, doch an den Ernstfall scheint dort niemand zu denken. "Das ist ein Fall für die allgemeine Verkehrsüberwachung", betont Kempf. Auch Bürgermeister Peter Kornell, der die Brandübung bobachtet, will deshalb schnell handeln: "Als Konsequenz aus dieser Übung werden wir in der Badgasse eine Feuerwehrzufahrt beschildern müssen mit der Folge, dass dort nicht mehr geparkt werden darf", sieht das Stadtoberhaupt eine "zwingende Notwendigkeit".

Für Einsatzleiter Fred Mahler (1. Kommandant) ist die Zufahrt von der Hauptstraße aus eine weitere kritische Stelle. Weil die Gasse zur Mädchenrealschule sehr schmal ist und im Hof der Schule keine Wendemöglichkeit besteht, muss das Hubrettungsfahrzeug in der Hauptstraße wenden und rückwärts in den schmalen Weg einfahren. "Die Zufahrt ist schon sehr problematisch, einige Fahrzeuge haben die Straße blockiert", erklärt Mahler. Wenn in der Hauptstraße dann auch noch Lieferantenfahrzeuge mit Ein- und Ausladen beschäftigt sind, dann verzögert sich die Ankunft am Einsatzort teilweise um Minuten - Minuten, die Leben retten können. "Durch die enge Bauweise hier ist es im Brandfall hochkritisch", ist sich der Feuerwehrchef der großen Bedeutung der Übung bewusst. Für die vermissten Mädchen, die im zweiten Obergeschoss der Schule wegen des Brandes eingeschlossen waren, verlangte deshalb der Übungseinsatz großes Durchhaltevermögen. Im Ernstfall wäre vielleicht jede Hilfe zu spät gekommen, obwohl die Volkacher Wehr doch mit einer einzigartigen Hubrettungsbühne ausgestattet ist. Nur einmal hat es in den vergangenen Jahrzehnten einen Kleinbrand in der Schule gegeben, erinnert sich Schwester Inge Höning. Auch die Schulleiterin hat die vorhandene Problematik im Katastrophenfall erkannt. Im Hof der Schule hat man deshalb in Absprache mit der Feuerwehr eine Fläche mit rotweißen Ketten abgesperrt, um Einsatzfahrzeugen mehr Platz zu bieten. Für die Zukunft hofft Schwester Inge darauf, dass es niemals einen Großbrand geben wird. fp
 
Foto fp Gasse: Schwieriges Unterfangen: Weil im Hof der Mädchenrealschule keine Möglichkeit zum Wenden besteht, muss das Einsatzfahrzeug mit der Hubrettungsbühne rückwärts in die schmale Gasse zur Schule fahren. Foto: Pfannes

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2. aus Sicht von Sechstklässerinnen
Großer Übungsalarm - Freitag, 14. Oktober 2011

Kaum hatten wir, die Klasse 6 a, uns nach der Pause, 10:35 Uhr, im Klassenzimmer für den so wichtigen Englischunterricht bei Frau Kopp versammelt, da schrillte die „Feueralarmglocke“ der Schule.

Fast wie automatisch schloss eine Schülerin alle Fenster. Frau Kopp schnappte das Klassentagebuch. Wir stürmten die neue Feuerschutztreppe hinunter. Am Sammelpunkt Marktplatz waren wir eine der ersten Klassen. Frau Kopp prüfte, ob alle Schülerinnen hier stehen. Bei uns ok!  Die anderen Klassen kamen dazu.

Nach etlichen Minuten hörten wir das Martinshorn der Feuerwehr, sahen sie mit dem großen Feuerwehrauto mit Drehleiter, das Blaulicht eingeschaltet, Richtung Schulhof einbiegen. Da kam natürlich Angst auf.

Inzwischen wusste ein Mädchen, dass aus den Klassen 8 a, 8 b und 10 a im Haus St. Elisabeth Schülerinnen vermisst werden! Diese Nachricht verbreitete sich sehr schnell. Fast Panikstimmung!

Frau Doris Roth, Konrektorin, teilte diese Botschaft Sr. Inge mit, die bei dem Einsatzleiter der FFW im Schulhof stehen musste.

Frau Roth erfuhr auch erst jetzt vom großen Übungsalarm: Brand im Haus St. Elisabeth, drei Mädchen sind in den Räumen!

Wir Schülerinnen durften über die Badgasse in den Schulhof zurück und den Feuerwehrleuten bei den Spritzübungen, der Atemschutztruppe mit ihren Gasmasken, „über die Schulter schauen“ und erleben, dass alle drei vermissten Schülerinnen gerettet werden konnten!

Sr. Inge informierte uns in der nächsten Deutsch-Stunde, aus welchen Ortsteilen der Stadt Volkach die vielen Feuerwehrfrauen und –männer kamen und wie wichtig die Übung für uns, für die Jugendfeuerwehr und die erfahrenen Erwachsenen für den Ernstfall ist.
 

Text: Lisa Bachinger und Janina Heininger, Klasse 6 a 



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