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Wider der deutschen Asylpolitik


23.01.2015

Wider der deutschen Asylpolitik
 
„Wir sind das Volk!“, so hallt es durch deutsche Städte! Endlich – es muss ein Schlussstrich gezogen werden! Flüchtlinge raus! Am besten gleich wieder dorthin schicken, von wo sie gekommen sind! Hinzu kommt, dass die gleichgeschalteten Medien dieses Jahr aber auch ständig über den Holocaust und die deutschen Konzentrationslager berichten.
 
Genug! Genug! Ja, genug der Intoleranz und des geschichtlichen sowie politischen Unwissens! Stellt euch eurer Geschichte und der damit verbundenen Verantwortung!
 
Die Klassen 10 b und 10 c der Mädchenrealschule der Dillinger Franziskanerinnen in Volkach setzten sich die letzten Wochen und Monate mit dieser, unserer Vergangenheit auseinander!
 
Flucht und Vertreibung sind geschichtlich kein Novum. Die Schülerinnen der beiden Klassen beschäftigten sich hier vor allem mit dem Thema „Flucht und Vertreibung im und nach dem Zweiten Weltkrieg“. Sie kamen zu dem Schluss, dass Integration kein einfacher Prozess sei, sich aber alle Anstrengungen lohnen. Gerade die Politik der Adenauer-Ära sorgte dafür, dass sich die Flüchtlinge und Vertriebenen integrierten und auch integriert wurden. Als oft gut qualifizierte und leistungswillige Arbeitskräfte trugen sie zum Wiederaufbau Deutschlands und zum Wirtschaftswunder immens bei. Da die deutsche Bevölkerung aber noch weitere Arbeitskräfte benötigte, war die Zuwanderung von „Gastarbeitern“ von entscheidender Bedeutung. Die Schülerinnen folgerten, dass diese Deutschland nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem kulturell bereicherten. Im Unterricht brachten Schülerinnen ihre eigene Familiengeschichte zu diesem Thema ein, verfügen doch einige über einen so genannten „Migrationshintergrund“.
 
Dass gerade sie als junge Bürger eine große Verantwortung tragen, erkannten die Schülerinnen beim  Thema „Schuld und Verantwortung“ für die Verbrechen des Zweiten Weltkrieges. Sie gelangten zur Schlussfolgerung, dass sie selbst keine Schuld für die schrecklichen Gräueltaten unter dem NS-Regime tragen, sind sie doch erst Ende des letzten Jahrtausends geboren. Ihrer Verantwortung, dass sich derartige Ereignisse nicht wiederholen, sind sie sich bewusst. Vor allem seit dem Besuch der Gedenkstätte „Buchenwald“, einem ehemaligen Konzentrationslager, am 23.12.2014. Die düstere Kulisse auf dem Ettersberg sowie die Konfrontation mit Einzelschicksalen einiger Gefangener wirkten beklemmend auf die Schülerinnen. Verweilt man am Tag vor Heilig Abend an einem solchen Ort, stellen sich einem viele Fragen. Wieso andere ausgrenzen, sie in Lagern festsetzen, um sie schnellst möglich wieder abzuschieben? Gerade, wenn diese Menschen aus Krisengebieten kommen. Um die Lage in diesen Ländern zu verstehen, wurden im Unterricht die geschichtlichen und politischen Entwicklungen in Ländern wie Syrien, Irak, Afghanistan, Kongo, Ruanda, Uganda und noch weiterer thematisiert.
 
Die Auseinandersetzung mit solchen Themen zeigte beiden Klassen, dass es hier um mehr geht als eventuelle Kosten für den deutschen Steuerzahler oder die Angst vor Überfremdung. Hier geht es um Mensch, aber auch gerade um Christ sein. Um die eigene geschichtliche Identität und die damit verbundene Verantwortung. Um die Hilfe gegenüber deinem Nächsten!
 
Text: Herr Alexander Christof


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