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Was macht der Wein im Biologieunterricht?


27.10.2015

Bild: Marie Menz, 8 a (Klasse 8 a, Fachlehrerin Frau Petra Manno)
Bild: Marie Menz, 8 a (Klasse 8 a, Fachlehrerin Frau Petra Manno)

 

Eigentlich war da zunächst nur eine Anfrage seitens der Biologielehrerin an die Schülerin Marie Menz, ob es möglich wäre, die Weinherstellung auf dem Weingut ihres Vaters zu erleben. Bereits in der nächsten Stunde hieß es: „ Mein Vater erwartet uns in einer viertel Stunde.“ Gesagt, getan und die Klasse 8a marschierte bei herrlichem Herbstwetter zügig nach Astheim, wo uns Herr Michael Menz in seiner Kelterhalle empfing.

Nun ist es klar, worum es geht: Kleinste Mikroorganismen – die Hefen – machen die alkoholische Gärung und bescheren den Menschen neben Bier das für unsere Gegend typischen Getränk, den Wein. In großen Edelstahlfässern gärt der beliebte Traubensaft vor sich hin, gekonnt gesteuert von dem Winzer, mit dem Ziel den Kunden einen edlen Tropfen präsentieren zu können. Sichtbar ist diese Gärung nur durch das Blubbern in den Gäraufsätzen. An den Bottichen, in denen Herr Menz noch die traditionelle Rotweingärung zelebriert, wird dann jedem klar, dass bei diesem chemischen Prozess Alkohol entsteht, denn dieser liegt regelrecht in der Luft. Das Ganze ginge nicht ohne den Traubenzucker, die Glukose, von dem sich die Hefen durch dessen Abbau ernähren. Und genau dies macht sich der Mensch zu Nutzen. Noch mehr: Er ist in der Lage, den Zuckergehalt seiner Trauben zu messen und auch dies zeigte uns Herr Menz mit der Öchslewaage. Natürlich ist der Zuckergehalt der Trauben in diesem Jahr sehr hoch und so werden wir in den nächsten Jahren immer wieder von einem guten Jahrgang 2015 sprechen können.

Aber zurück zur alkoholischen Gärung: Bei dem Abbauprozess des Zuckers durch die Hefen entsteht auch noch Kohlenstoffdioxid, ein für den Menschen giftiges und somit gefährliches Gas. Das war früher auch der Grund, dass die Winzer niemals ohne Kerze in die Gärkeller gingen. Erlosch die Kerze, war der Sauerstoff aufgebraucht und nur noch Kohlenstoffdioxid in der Luft und das wiederum hieß, schleunigst den Keller zu verlassen. In den modernen Gärhallen ist das heute kein Problem mehr, wohl aber die Hygiene, denn kommt auch nur ein unliebsamer Mikroorganismus, z. B. Essigsäurebakterien, in den Wein hinein, dann war's das für das Jahr. Dann gibt es nicht nur keinen Wein, dann ist das für den Winzer auch ein großer finanzieller Schaden.

So haben die Mädchen der 8 a nicht nur viel über Trester, Keltern, Maische und Öchsle gehört. Es sollte auch klar werden, dass ein Weingut ein Wirtschaftsunternehmen ist, abhängig von den Launen der Natur. Die Arbeit in und mit der Natur wiederum ist genau der Grund für die Begeisterung, die Winzer wie Herr Menz für ihre Betriebe mitbringen müssen.

Ein großer Dank ging an Herrn Menz für die interessante Führung durch seinen Weinkeller und dann machte sich die 8a wieder auf den Heimweg von dem idyllischen Astheim ins mittelalterliche Volkach, mitten im Weinland Unterfrankens.

 

Text: Frau Petra Manno

Bild: Marie Menz, 8 a (Klasse 8 a, Fachlehrerin Frau Petra Manno)



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