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Schuljahr 2012-13 Verkehrserziehung


28.07.2013

„Nicht nur für die Schule lernen wir, sondern auch fürs Leben!“ - Verkehrserziehung an der Mädchenrealschule Volkach 

Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 2.361.457 Verkehrsunfälle gezählt, davon 210.427 innerorts mit insgesamt 254.290 Verletzen, darunter 30.590 Jugendliche unter 14 Jahren – Tendenz steigend. Erschreckende Zahlen, die durch das richtige Handeln von allen Beteiligten vermindert werden können! Aus diesem Grund startete die WM-Fahrschule Volkach in Zusammenarbeit mit Frau Kerstin Page der Mädchenrealschule Volkach nun die ersten Unterrichtseinheiten zur Verkehrserziehung, die in den kommenden Jahren nach Jahrgangsstufen gestaffelt weiter ausgearbeitet und ausgebaut werden sollen. 
Montagmorgen, 08:10 Uhr, die gespannten Schülerinnen der Klasse 8 C haben sich in der WM-Fahrschule am Alten Bahnhof versammelt. In den darauffolgenden 80 Minuten erhielten sie in einem kurzweiligen Vortrag von einem der beiden Inhaber, Dirk Märkert, einen Einblick in die wichtigsten Vorfahrtsregeln. „Allein dieses Wissen kann schon zahlreiche unnötige Unfälle verhindern“, fügte Jens Wilnit, ebenfalls Inhaber der WM-Fahrschule, hinzu. Immer wieder müssen die Fahrlehrer bei den 15- bis 17-Jährigen, die im Rahmen des Führerscheins zum Theorieunterricht  antreten, feststellen, dass kaum Vorkenntnisse in Hinblick auf die Vorfahrtsregeln vorhanden sind, obwohl diese bereits in der Grundschule behandelt werden.
Daneben thematisierte Märkert auch die zahlreichen Gefahren des Alkohols im Straßenverkehr, mit denen die Jugendlichen, die zwischen 14 und 16 Jahren sind, gerade während der Weinfestzeit in naher Zukunft konfrontiert werden könnten. Abgerundet wurde der Theorieteil von fruchtigen alkoholfreien Cocktails, die sicherlich genauso gut, wenn nicht sogar besser schmecken, wie die Varianten mit Alkohol und den Mädchen so echte Alternativen zum Alkoholkonsum aufzeigten.
Am darauffolgenden Dienstag, dem 16.07.2013, wurde es dann richtig spannend – der 135-minütige Praxisteil stand an. Auf dem fahrschuleigenen Übungsplatz hatte das Team der WM-Fahrschule einiges vorbereitet. So konnten die Mädchen mithilfe von Alkohol-Simulations-Brillen erfahren, wie schwer es unter Alkoholeinfluss sein kann, ein Bonbon aufzuheben oder mit welchen koordinatorischen Problemen man beim Bobby-Car-Slalom-Fahren zu kämpfen hat. 
„Da sieht man ja echt gar nichts!“, hörte man von den erstaunten Schülerinnen vom Fahrersitz des Busses, der vom vom Dettelbacher Busunternehmer Klaus Neuß bereitgestellt wurde. Auf anschauliche Weise lernten die Mädchen so den sogenannten „Toten Winkel“ und dessen Tücken kennen. Das Wissen über diesen Bereich kann in der Tat Leben retten, denn keine hätte gedacht, dass man ohne Mühe zwei bis drei Schulklassen in diesem Bereich „verstecken“ kann. „Ich stürme jetzt nicht mehr einfach auf den Bus zu“, sagte eine Achtklässlerin, die verstanden hatte, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vom Fahrer wahrgenommen werden kann. „Außerdem laufe ich jetzt nach dem Aussteigen langsam vor dem Bus vorbei und schaue, ob gerade ein Auto an diesem vorbeifährt, anstatt einfach vor dem Bus über die Straße zu rennen.“
Bei der letzten Übung ging es darum, die Geschwindigkeit eines vorbeifahrenden PKWs bzw. Motorrades richtig einzuschätzen, um zu wissen, ob man beispielsweise die Straße noch vor dem herannahenden KFZ überqueren kann. Dabei mutmaßten die Mädchen auch, wie lange die Fahrzeuge brauchen, um aus einer Geschwindigkeit zum Stehen zu kommen. Nicht wenige unterschätzten sowohl den Anhalteweg des PKWs als auch den des Motorrades und ihnen wurde einmal mehr klar, wie vielen Gefahren man täglich ausgesetzt ist.
Ähnlich lief auch das Programm, das für die 6. Klassen am darauffolgenden Freitag angeboten wurde, ab. Für die Jüngeren stand neben den wichtigsten Verkehrsregeln und –schildern, die man fürs Radfahren braucht, auch die Ausstattung eines verkehrssicheren Fahrrades auf dem Plan. Die Fahrlehrer demonstrierten mithilfe eines Eies deutlich, welche Folgen es haben kann, ohne Fahrradhelm zu fahren. Viele Mädchen waren wirklich überrascht, als sie sahen, dass ein wenig Styropor in Form eines Helms ein Ei und somit auch einen Kopf vor tödlichen Verletzungen bewahren kann. Besonders viel Spaß machte den Sechstklässlerinnen aber die Erarbeitung der Grundregeln der Vorfahrt. Die Schülerinnen fuhren mit Bobby Cars auf eine aufgezeichnete Kreuzung mit austauschbaren Schildern zu und mussten dort entscheiden, welche Vorfahrtsregelungen hier jeweils gelten. Anschließend versuchten auch sie, die Geschwindigkeiten eines herannahenden Fahrzeuges bzw. Motorrades zu schätzen. Zum Schluss bekamen die Mädchen ebenfalls einen Einblick in die Gefahren des „Toten Winkels“, der dieses Mal mithilfe eines LKWs der Firma Meusert aus Fahr dargestellt wurde.

Allen Beteiligten und Engagierten ein herzliches Vergelt`s Gott! Besonderer Dank geht an das Team der WM-Fahrschule in Volkach, welches so viel Zeit und Mühe in die Vorbereitung und Durchführung des Verkehrserziehungsprogramms gesteckt hat, sowie an die Firmen Meusert aus Fahr und Bustouristik Klaus Neuß aus Dettelbach, die ihre Fahrzeuge zur Verfügung gestellt haben.

Frau Kerstin Page, MRSVO 



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