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Musiklehrer Uwe Ungerer war mit dabei


12.04.2016

Vor und hinter den Kulissen der ECHO-Preisverleihung in Berlin

Musiklehrer Uwe Ungerer war mit dabei

 

     

Es kommt schon selten vor, dass man die Gelegenheit hat, hinter die Kulissen einer Fernsehproduktion zu schauen, aber wenn man einen Anruf erhält, nicht nur hinter, sondern auch vor den Kulissen dabei sein zu dürfen, dann ist das eine besondere Ehre und auf jeden Fall eine Reise wert.
Der oben erwähnte Anruf ereilte mich kurz vor den Osterferien. Für eine David Bowie-Hommage wurde noch ein Sänger gesucht, der zusammen mit dem Chamber Choir of Europe (unter der Leitung von Nicol Matt), einem Gitarristen und einem Beatboxer während der Live-Übertragung der ECHO-Preisverleihung in der ARD bereit ist als E-Bass-Imitator aufzutreten. Ich war natürlich sehr positiv überrascht, dass man für diesen Job an mich gedacht hatte.
Die Gelegenheit, bei einer so großen Fernsehproduktion dabei sein zu dürfen, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Als freischaffender Musiker und Musiklehrer hat man jedoch eine Menge Termine und Verpflichtungen, die nicht so ohne weiteres links liegen gelassen werden können. Um so mehr hat es mich gefreut, dass man mir von allen Seiten diesen besonderen Auftritt ermöglicht hat. Daher gilt mein besonderer Dank auch unserer Schulleitung, denn ohne das „Grüne Licht“ aus dem Direktorat wäre mein Abstecher nach Berlin nicht denkbar gewesen.
Und so traf sich das gesamte Ensemble erstmals am Dienstagabend auf dem Messegelände in Berlin, wo sofort mit den Proben begonnen wurde. Am Mittwochvormittag folgten weitere Chorproben, am Nachmittag dann die ersten Bühnen- und Kameraproben auf der Bühne der Berliner Messehalle, die mit großem Aufwand und einer schier unglaublichen Technik zur Konzertbühne umgebaut war.
Unsere Garderoben und Umkleideräume lagen dicht an dicht neben denen der Stars, die für den Donnerstagabend erwartet wurden. Und so war es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass man Popstars wie Peter Maffay, Mark Forster, Enya, Udo Lindenberg, Helene Fischer, Sarah Connor oder auch Andreas Bourani wie selbstverständlich auf den Fluren begegnete. Zeit zum Small Talk blieb jedoch nicht, die Abläufe waren minutiös getaktet, nichts wurde dem Zufall überlassen. Aufsichtspersonal und Mitarbeiter der Security sorgten dafür, dass die Stars weitestgehend unter sich bleiben konnten und so uns C-Promis kaum Gelegenheiten eröffneten, sich ihnen für mehr als ein „Hallo“ zu nähern (was einerseits schade war, aber auch verständlich!). Hunderte von technischen Mitarbeitern wuselten auf und hinter der Bühne herum und bastelten quasi bis zum Schluss am Equipment, wodurch mir als TV-Laie schnell bewusst wurde, welche technischen Anforderungen bei einer solchen Live-Übertragung bewältigt werden müssen.
Zwischen den Proben mussten wir auf Abruf bereit stehen, meistens hielten wir uns in der eigens für sämtliche Mitarbeiter eingerichteten Mensa auf, die allein so groß wie ein Fußballplatz war, es flossen literweise Kaffee und Tee, das riesige Buffet schien nie weniger zu werden, die Zeit bis zur nächsten Probe wurde mit Gesprächen unter Kollegen oder am Smartphone überbrückt.
Am Donnerstag wurde es dann ernst.
Nach weiteren letzten Proben mit dem Chor kamen wir in die Maske, wurden optisch etwas aufgehübscht, zogen die Auftrittskleidung an und verfolgten den Beginn der Show auf einem der unzähligen Monitore, die überall herumstanden.
Schließlich war es dann soweit, wir wurden (wie schon bei den vorhergehenden Bühnenproben) von einer netten Dame abgeholt, die uns zielstrebig backstage führte. Während der Chor sich sammelte und aufstellte, wurden der Beatboxer (der den Countdown und das Schlagzeug imitierte) und ich mit Funksendern versehen. Das war auch der Moment, in dem mir bewusst wurde, dass hinter der Bühne alle Künstler irgendwie gleich sind. So mussten Peter Maffay und Klaus Meine von den Scorpions, die direkt neben mir standen, warten, bis ich richtig verkabelt war.
Unser Auftritt mit dem Bowie Song „Space Oddity“ war zwar kurz und der eine oder andere war auch etwas enttäuscht, weil wir als Chor mehr im Dunkel standen, aber so ist nun mal das Fernsehen. Hier ging es einzig und allein um den Gesamteindruck und die Show bzw. das Entertainment und nicht um individuelle Befindlichkeiten einzelner Chorsänger. Und dennoch waren der Auftritt und das ganze Drumherum eine tolle Erfahrung und eine „coole“ Aktion, die ich nicht missen möchte.

              Herr Uwe Ungerer

Alle, die unseren Auftritt verpasst haben, können sich den Ausschnitt auf Youtube ansehen:
https://youtu.be/bfLjGL5eXTE
Hier noch ein paar Infos zum ECHO:
Der ECHO ist der bedeutendste deutsche Musikpreis und wird von der Deutschen Phono-Akademie seit 1992 jährlich vergeben. Der Preis wird nicht von einer Jury vergeben, sondern orientiert sich an den Verkaufszahlen und Chartplatzierungen. Für die Bereiche Klassik und Jazz gibt es eigene ECHO-Preisvergaben.
Preise 2016: Newcomer Joris erhielt drei ECHOs. Robin Schulz, Kollegah und Lost Frequencies wurden jeweils zweimal ausgezeichnet. Weitere Awards gab es für Sarah Connor, Andreas Bourani, James Bay und Udo Lindenberg sowie PUR, Wolkenfrei, Santiano u.v.a. Der ECHO für das Lebenswerk ging an die Band Puhdys. Roland Kaiser wurde für sein soziales Engagement geehrt. Helene Fischer dominierte das 25. Jubiläum des Deutschen Musikpreises ECHO. Die Sängerin gewann erneut vier Trophäen. Ihr Longplayer „Weihnachten“ wurde zum „Album des Jahres“ gekürt. Darüber hinaus gewann sie in den Kategorien „Crossover“, „Musik-DVD/Blu-ray national“ und „Live-Act national“. Mit insgesamt 16 Auszeichnungen führt Helene Fischer nun die ECHO-Bestenliste an.
In einer Hommage an David Bowie sang der Chamber Choir of Europe den Bowie-Klassiker „Space Oddity“.
Mehr Informationen zum ECHO und zu den Preisträgern findet man unter www.echopop.de
 



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