Sitemap & Kontakt

Zurück

Kulturabend "Summerdreams"


21.06.2016

17. Juni -  Kulturabend "Summerdreams"

30 Bilder in der Galerie "2015/16 - 17. Juni - Kulturabend" vorhanden.

7 Bilder in der Galerie "2015/16 - 17. Juni - Kulturabend 2. Teil" vorhanden.

     

 
Mädchenrealschule: bayernweit die 400. „Schule ohne Rassismus und mit Courage“
Volkacher Schule feiert mit einem Kulturabend die Verleihung der Urkunde
 
 „Wir müssen selbst die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen.“ Dieses leicht veränderte Zitat von Mahatma Ghandi hätte nicht besser auf den Anlass zugeschnitten sein können, bei dem Melanie Roth, Richterin am Landgericht Schweinfurt, auf Ghandis Worte zurück gegriffen hatte. Diese „Aussage nach außen“ würde deutlich zeigen, dass die Schülerinnen der Mädchenrealschule Volkach Verantwortung übernehmen wollen. Und zwar als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, zu der die Mädchenrealschule der Dillinger Franziskanerinnen Volkach (MRSVO) offiziell ernannt worden ist. In einem feierlichen Akt, eingepackt in den Kulturabend „Summerdreams“, erhielt die Schule die Urkunde, worüber die Patin Melanie Roth und die gesamte Schulfamilie vor Stolz fast platzten.
Symbolträchtiger hätte der Tag kaum sein können, wie nicht nur die Moderatorin Birgit Engel befand. Zum einen war es der 17. Juni, der ehemalige „Tag der deutschen Einheit“, zum anderen feiert die Kongregation der Dillinger Franziskanerinnen als weltweit älteste Kongregation ihrer Art das 775. Bestehen, und zum dritten ist die Schule die 400. bayerische Schule dieses bundesweiten Aktionsbündnisses. Natürlich sei es utopisch, dass es nun überhaupt keinen Rassismus mehr gebe, sagte Sebastian Zoller vom Landesverband bei der Übergabe der Urkunde. „Aber dieses Schild hier ist für euch ein Merkzettel, quasi ein Post-It an der Eingangstür, das euch täglich an euer Versprechen erinnern soll.“ 85 Prozent der Schülerinnen hätten sich mit ihrer Unterschrift verpflichtet, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage zum Thema durchzuführen.
Vor allem mit Projekten hatten die Mädchen bewiesen, „dass wir auch zu einer Schule ohne Rassismus und mit Courage gehören wollen“, so die Schülersprecherin Amelie Troll. Sie und die zweite Schülersprecherin, Dilara Tastemel, stellten beim Festakt den gesamten Weg von der Idee bis zum Erhalt der Urkunde vor. Da war zum Beispiel das Projekt „Stell dir vor, du brauchst Asyl“ der 9. Klasse, die Aktion „MRS ist bunt“ als Solidarität mit „Stammheim ist bunt“, die Geldspende an junge Flüchtlinge aus dem Erlös des Franziskuslaufes, das Nähen von Kuscheldecken (Minideckis) für Flüchtlingskinder, das Vorstellen des Themas „Online-Rassismus“ beim Jugendkreistag in Kitzingen oder auch die Diskussion mit dem Landtagsabgeordneten Otto Hünnerkopf zum Thema „Tag der freien Schulen“. Und letztlich verkörpere die Patin, Melanie Roth, als Richterin (und ehemalige Schülerin der MRSVO) Demokratie und Freiheit.
Schon am späten Nachmittag, bei den Ausstellungen und Präsentationen im Schulhaus, ging es zu wie in einem Bienenstock. Vor allem die Vorstellungen der „physikalischen Zaubereien“ im Physiksaal standen hoch im Kurs. Nicht nur wegen des Preises, den die Schülerinnen Hannah Göllner, Christina Heinisch, Katharina Henke und Lea Lenhart (alle Klasse 9 a) und ihr Lehrer Armin Dömling abgeräumt hatten. Ihr selbstgewähltes Thema „Unterschied zwischen einer thermischen Solaranlage und einer Photovoltaikanlage“ brachten nicht nur 400 Euro Gewinn, sondern auch eine Video-Dankesbotschaft des Sängers Michl Müller ein, von dem die Schülerinnen ein Lied für ihr Video verwenden durften. Mit ihren physikalischen Tricks verzauberten die Schülerinnen ihre Zuschauer gleich reihenweise. Viele weitere Stationen im Haus, etwa die Ausstellung vom textilen Gestalten, gregorianischen Gemälden oder vom ebenfalls preisgekrönten Schulsanitätsdienst, luden zum Verweilen ein, und beim Fingerfood im Speisesaal herrschte immer wieder drangvolle Enge.
Beim Festabend selbst sorgten die Schülerinnen unter anderem mit der lautlosen Komposition „4:33“ von John Cage, mit einem selbst einstudierten Tanz und mit viel Gesang und Musik, auch vom Schulchor und der Schulband, sowie dem Gastauftitt des Jugendchores „Young Harmony“ für einen sehr kurzweiligen Abend. 
 
 
Text: Guido Chuleck (Mainpost)
 


Zurück