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Jugendkreistag


08.04.2013

Jugendkreistag - Blöd geglotzt?!
Die meist realitätsfernen, niveaulosen Sendungen, in denen Laienschauspieler zwischen 10 und 18 Uhr über den Bildschirm flimmern, kennt mittlerweile jedes Kind. Das ist auch gar nicht verwunderlich, stellten Schülerinnen der Mädchenrealschule in Volkach über eine Umfrage bei ihren Mitschülerinnen fest. Die Mehrheit der 13- bis 17-Jährigen gab zu, regelmäßig derartige Ausstrahlungen zu konsumieren. Bei den Neun- bis Zwölfjährigen waren es sogar beinahe ¾ der Befragten. „Klar ist einem bewusst, dass es Alternativen wie Reportagen und Nachrichten gibt. Aber man kann ja eigentlich gar nicht anders, als sich den Mist anzusehen“, meinen Corinna und Tanita, Schülerinnen der 10A und damit haben sie Recht. Laut den Recherchen des achtköpfigen Schülerteams aus den 10. Klassen, machte sogenanntes „ASI-TV“ im Jahr 2012 nahezu 30 % vom Programm der Privatsender und des Kinderprogramms aus. „Aber wir finden, dass wir Jugendlichen an dieser Stelle Unterstützung brauchen, damit die überall bekannten Langzeitfolgen wie Übergewicht durch Bewegungsmangel, Albträume, Aggressionen und Unruhe durch Reizüberflutung oder Antriebslosigkeit und Langeweile verhindert werden können. Aus diesem Grund, wandten wir uns im Rahmen des Jugendkreistages an den Landkreis. Wir sind nämlich der Meinung, die Schulen sollten finanziell unterstützt werden, um z. B. Workshops (Mediengestaltung, Natur, Sport) am Nachmittag anbieten zu können, sowie spezielle Angebote für Eltern zu schaffen. Darüber hinaus sollte der Landkreis Vereine finanziell unterstützen, um mehr Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche zu ermöglichen. Ein weiterer Antrag, den wir vorbrachten, lautete: ‚Der Kreistag wird gebeten, die Jugendzentren in den Landkreisen finanziell zu unterstützen, um die Vielfältigkeit von Angeboten zu steigern. Das Geld sollte ebenfalls genutzt werden, um Jugendliche anzusprechen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich dort einzufinden und wohl zu fühlen, statt vor der Glotze zu sitzen.‘“ „Nun sind wir alle gespannt, ob unsere Ideen auch in diesem Jahr wieder überzeugen können und umgesetzt werden“, berichten die Mädchen, welche sich schon wochenlang vor dem Jugendkreistag freiwillig einmal pro Woche mit ihrer Lehrerin in der Schule trafen und zunächst fleißig über die Themenwahl diskutierten, recherchierten, die Anträge entwarfen, sowie die Präsentation vorbereiteten. „Auch unsere letztjährigen Anträge trafen den Nerv der Zeit. So werden zukünftig alle Personen im Landkreis zur Volljährigkeit per Post über die Möglichkeit einer Organspende aufgeklärt und mit einem Spenderausweis versorgt, der bei Interesse gleich ausgefüllt und im Geldbeutel mitgeführt werden kann“, ergänzt Lehrerin Christine Leibold, die die Initiative der Mädchen unterstützt und sie zum Treffen mit Landrätin Tamara Bischof und den übrigen Kreisräten begleitet. 

Text: Frau Kerstin Hertle
 
 

Aus der Sicht von Jasmin Krischker, 10 B:

Vor den Herbstferien fragte Frau Leibold in den 10. Klassen nach freiwilligen Schülern, die mit ihr nachmittags einen Vortrag für den Jugendkreistag in Kitzingen ausarbeiten wollen. Schnell hat sich eine kleine Gruppe gebildet, die sich ab sofort jeden Donnerstag treffen würde. Anfangs diskutierten wir über die zur Auswahl stehenden Themen und entschieden uns schließlich für ‚Asi-TV – Deutschlands Jugend glotzt sich doof’. Danach teilten wir verschiedene Aufgaben auf, die jeder bis zur nächsten Stunde bearbeiten sollte. Nach einiger Arbeitszeit und etlichen Treffen war es dann so weit: 
Wir fuhren am Mittwoch, den 25.02.2013 nach Kitzingen um das fertige Projekt dem Jugendkreistag vorzustellen. Viele andere Schüler, die ebenfalls ihre Präsentation vorstellen wollten, trafen dort ein und nahmen Platz. Begonnen hat dieser Tag mit einer Rede von Tamara Bischof, die einleitende Worte zu den zwei Themenbereichen sprach und die anderen Anwesenden vorstellte. Anwesend waren unter anderem der Chef des öffentlichen Personennahverkehrs und der Kreisrat/die Kreisrätin. Danach wurde rückblickend über den letzen Jugendkreistag gesprochen und die letztjährigen Anträge damit verglichen, was sich aufgrund des Jugendkreistags verändert und verbessert hat. 
Dann war es soweit: die ersten Schüler mussten ihre Präsentation vortragen. Dies erledigten für uns Tanita Gutmann und Corinna Kaiser (beide 10 A) sehr souverän und professionell. Zum Schluss wurden die Themen nochmals diskutiert und über die verschiedenen Anträge demokratisch abgestimmt. Die meisten dieser Forderungen wurden angenommen und weitergeleitet. 
Es war sehr interessant bei einem solchen Ereignis dabei zu sein und bei einer politischen Diskussion mitzuwirken. 



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