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Gericht


08.05.2015

Besuch von dem Jugendrichter Herrn Roth am 27.04.2015
 
 
Am Montag, den 27.04.2015 kam der Jugendrichter, Herr Roth, in die Klasse 9 a, um über den Ablauf einer Straftat bis hin zum Urteil zu berichten.
 
Er erzählte uns, dass er 14- bis 21-Jährige verhört, von denen 90 % Jungen seien. Außerdem habe er in diesem Beruf etwa elf bzw. zwölf Jahre Erfahrung. Zuvor arbeitete er als Staatsanwalt.
 
Da wir am 28.04.2015 die Möglichkeit bekommen, das Jugendgericht Schweinfurt zu besuchen, erklärte Herr Roth der BwR-Gruppe das Ermittlungsverfahren, die Anklageerhebung, das Zwischenverfahren und die Hauptverhandlung, die mit dem Urteil des Richters endet. Nachdem er seine Präsentation mit Bildern verschiedener Jugendstrafanstalten in der Umgebung beendet hatte, durften wir dem Jugendrichter einige Fragen stellen, die wir uns zuvor mit Frau Leibold überlegt hatten. Zum Beispiel, ob man alle Paragraphen im Studium auswendig lernen müsse oder ob er schon einmal von einem Angeklagten bedroht bzw. erpresst wurde, beantwortete er jeweils mit einem „Nein“.
 
Volkach, 27.04.2015

Gerichtsbesuch in Schweinfurt am 28.04.2015

 
Am 28.04.2015 trafen sich die Mädchen der Klasse 9 a am Bahnhof in Volkach, da der Bus um 08:15 Uhr nach Schweinfurt losfuhr. Fünf Mitschülerinnen warteten schon in Schweinfurt, als der Bus um 08:40 Uhr dort ankam. Nachdem wir ein Foto vor dem Gerichtsgebäude gemacht hatten, ging es durch einen Kontrollbogen. Anschließend nahmen wir im Gerichtssaal Nr. 7 im Zuschauerraum Platz.
 
Als der Richter Herr Roth in den Sitzungssaal kam, standen alle auf. Ebenfalls anwesend war ein Staatsanwalt, ein Protokollführer und ggf. eine Jugendhilfe des Jugendamtes bzw. ein Verteidiger und Zeugen.
 
Kaum angekommen, ging es schon mit der ersten Verhandlung los, da unheimlicher Zeitdruck herrschte. Nachdem Personalien des Heranwachsenden geprüft wurden, der sich derzeit im zweiten Lehrjahr befindet, las der Staatsanwalt das Vergehen des Angeklagten vor, der Drogen konsumierte. Die Folge davon war ein Aufenthalt im Krankenhaus wegen einer Vergiftung. Da der Azubi ein Geständnis ablegte und eine Therapie zur Entgiftung in Erwägung zog, kam er mit einer Verwarnung, Verhandlungskosten, Therapienachweisen sowie einer freiwilligen Aufklärung Jugendlicher davon.
 
Nach einer Dreiviertelstunde begann die zweite Verhandlung, die um einen Drogen konsumierenden 20-jährigen Heranwachsenden ging, der dies nicht zu bereuen schien. Als Ausrede benutzte er eine Depression, welche die Drogen angeblich verbesserte. Er selbst wurde schon einmal wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln und einer verbotenen Waffe verurteilt. Da er ohne Perspektiven nach Berlin ziehen möchte, wurde er nach dem Jugendstrafrecht verurteilt. Er hat nun eine Woche Jugendarrest und 30 Arbeitsstunden abzuleisten.
 
Um 10:15 Uhr begann die dritte Verhandlung, die nur zehn Minuten dauerte. Ein Heranwachsender und befristeter Sachs-Arbeiter hatte 0,57 g Drogen bei sich. Dieser bekam eine Geldstrafe von 1.000,00 € auferlegt, die nach eigenen Angaben ungefähr der Hälfte seines Monatsgehaltes entspricht.
 
Bei der vierten Verhandlung versetzte ein 20-jähriger Hartz-IV-Empfänger einem jungen Mann einen Kopfstoß. Dieser forderte aufgrund einer Platzwunde an der Oberlippe und wackelnden Zähnen Schmerzensgeld, das schließlich in Höhe von 300,00 € angesetzt wurde. Außerdem habe der Heranwachsende die Gerichtskosten sowie 30 Arbeitsstunden abzuarbeiten. Ein Polizeibeamter und das Opfer sagten als Zeugen gegen den Angeklagten aus. Der Täter war während der Straftat sehr angetrunken und hatte somit nur noch wenige Erinnerungen an sein Vergehen.
 
Die fünfte Verhandlung fand um 11:05 Uhr statt. Dabei wurden zwei Mädchen verhört, die Ladenwaren im Wert von 2,34 € stahlen. Das eine Mädchen, das das zweite zum Klauen anstiftete, war bereits wegen Körperverletzung vorbestraft. Da sie im Oktober dieses Jahres ein Kind erwartet, wurde sie zu einem Freizeitarrest und einer Verwarnung verurteilt. Das zweite Mädchen wird zehn Arbeitsstunden ableisten müssen.
 
Nach ein paar kurzen Fragen begann die sechste und letzte Verhandlung, die ebenfalls wegen des Drogenkonsums eines heranwachsenden Jungens angesetzt wurde. Dieser war bereits aufgrund eines getunten Mofas vorbestraft. Leider konnten wir diesen Fall nicht weiter verfolgen, da es schon kurz vor 12:00 Uhr war und der Bus zu dieser Zeit losfahren würde. Also gingen wir leise aus dem Gerichtssaal und waren begeistert von diesem Tag. Es war sehr spannend, Hauptverhandlungen mitzuerleben. Dennoch hoffen wir alle, nicht selbst vor dem Richter auf einem Stuhl verhört zu werden oder als Zeuge aussagen zu müssen. Wenn man jedoch die Möglichkeit hat, eine Gerichtsverhandlung als Zuschauer besuchen zu dürfen, sollte man sie auf jeden Fall nutzen!
 
Volkach, 28.04.2015
 
Text: Laura Heider, 9 a
Foto: Frau Page
 


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