Sitemap & Kontakt

News

Zurück

Evangelische Schülerinnen


07.06.2016

Darf ich vorstellen, ich bin Luther.
Darf ich vorstellen, ich bin Luther.
Evangelische Schülerinnen laden ein:
 
 
Im Religionsunterricht der 8. Klassen haben wir sowohl im katholischen als auch im evangelischen Religionsunterricht das Thema Reformation besprochen.
Da viele unserer katholischen Schülerinnen noch nie einen evangelischen Gottesdienst besucht haben, kam uns die Idee, sie zu einem evangelischen Gottesdienst einzuladen.
Der Gottesdienst, der in der evangelischen Kirche in Volkach stattfand, wurde von den evangelischen Schülerinnen vorbereitet. Sie übernahmen z. B. die Lesungen, Gebete und auch die Predigt. Die Lieder waren ökumenisch und konnten deshalb von allen gesungen werden. Viele katholische Schülerinnen konnten erleben, dass der lutherische Gottesdienst dem katholischen sehr ähnlich ist.
 
Eine Schülerin schlüpfte in dem folgenden Text in die Rolle Luthers:
 
Darf ich vorstellen, ich bin Luther.
 
Vor ca. 500 Jahren habe ich gelebt und habe die Kirche verändert. Gemessen an den gravierenden Auswirkungen der Reformation für die Kirche im Mittelalter, sind heute die Unterschiede sehr gering.
Ihr werdet erstaunt sein, wie ähnlich der evangelische Gottesdienst dem katholischen ist.
Aber einige Auswirkungen der Reformation könnt Ihr heute noch sehen:
 
Es gibt in unserer Kirche keinen Tabernakel, und kein ewiges Licht, auch Weihwasser werdet ihr nicht finden.
 
Für uns ist wichtig, dass Gott immer da ist – mitten unter uns. 
Deshalb gibt es bei uns keine besondere Verehrung der geweihten Hostien.
 
Ebenso haben wir keine Beichtstühle.
Wir kennen die Beichte auch, aber wir beichten im Gottesdienst. 
 
Es gibt in der Kirche in Volkach eine Marienstatue, aber das ist eine Ausnahme. Maria ist für uns eine besondere Frau, weil sie die Mutter von Jesus ist, und weil sie als erste an ihn glaubte, aber wir rufen sie nicht an.
 
Bei dem heutigen Gottesdienst wird vieles ganz ähnlich sein wie in der katholischen Messe. Die Gemeinsamkeiten sind viel größer als die Unterschiede.
 
Das Wichtigste ist vielleicht, dass bei uns jeder einen Gottesdienst halten darf – nicht nur ein Priester. Es darf sogar jeder das Abendmahl feiern, wenn er weiß, wie das geht und er dafür von der Kirche berufen wird. Auch die Laien und auch Frauen.
 
Deshalb werden jetzt hier Schülerinnen das Evangelium lesen.
Ihr werdet keine Ministranten sehen und höchstens einen schwarzen Talar – so wie meinen.
 
Die Predigt liebe ich besonders, sie ist bei uns Evangelischen oft ziemlich lang. Ich möchte gerne, dass alle Bescheid wissen, was wir glauben und warum. Weil es früher kein Mikrophon gab, wurden in den Kirchen Kanzeln gebaut, damit alle einen verstehen konnten.
 
Heute bleiben wir aber unten am Lesepult.
 
Bei dem Abendmahl glauben wir wie ihr, dass Jesus Christus gegenwärtig ist. In dem Augenblick, in dem wir es gemeinsam zu uns nehmen, sind wir uns seiner Gegenwart besonders bewusst. 
Deshalb ist das ein ganz besonders feierlicher Moment.
Bei uns wird immer Brot und Wein gereicht, denn so hat Jesus das Abendmahl mit seinen Jüngern gefeiert.
 
Nach dem Gottesdienst verlassen wir die Kirche in dem Bewusstsein, dass Gott uns umgibt und überall begegnet. In diesem Glauben sind wir mit unseren katholischen Geschwistern völlig einig.
 

                  
 
Text und Fotos: Frau Ingrid v. Wietersheim
 


Zurück