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Berufsinfos – direkt aus dem Leben Pizza ausfahren – oder liefern lassen?


06.02.2010

Berufsinfos – direkt aus dem Leben
Pizza ausfahren – oder liefern lassen?
Die Bundeswehr informiert und die Mädchen der Mädchenrealschule Volkach interessiert es überraschender Weise  in Scharen.  Herr Detlef Lingo, Wehrdienstberater aus Veitshöchheim war einer von zehn Referenten, die beim 1. Berufsinfotag an der Mädchenrealschule Volkach ihre Arbeitswelt vorstellten.
Eine Ausbildung bei der Bundeswehr? Immerhin zwei Drittel der Schülerinnen, die trotz Freiwilligkeit fast alle an der Veranstaltung teilnahmen, waren neugierig genug, sich über die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten bis hin zum Medizinstudium einen Überblick zu verschaffen. Herr Lingo verweist auf hohe monatliche Einkommen von 1450 Euro netto im Monat bereits während der Ausbildung. Damit „brauche ich keine Pizza auszufahren, sondern kann sie mir liefern lassen.“ Allerdings sind auch die Anforderungen nicht unerheblich. Körperliche Fitness gehört dazu. Die hohen Kletterwände im filmischen Überblick hatten beeindruckt. „Wie schwer darf man denn sein?“ fragt eine Schülerin schüchtern nach und erhält den Hinweis, dass der Body-Maß-Index zwischen 18 und 27 liegen sollte.
Jugendpakt Kitzingen e.V. und Schulleiterin Sr. Inge Höning hatten zu dem Projekt „Beruf – meine Zukunft“ – Berufstätige stellen ihr Berufsfeld vor - nach Möglichkeit Ehemalige - geladen. Die Schülerinnen der 9. Klassen und an die 40 Elternteile hatten bei den halbstündigen Kurzportraits die Wahl zwischen Hotelfach, Medienakademie, Bundeswehr, Pflegeberuf, Polizeidienst, Geldinstitut, Bürokauffrau, Fachoberschule und Ergotherapie.
Frau Johanna Friedl (eine Ehemalige) ist Ergotherapeutin und in ihrem „absoluten Traumjob“ angekommen. Dafür hat sie auch die hohe Schulgebühr der privaten Schule von 500 Euro monatlich in Kauf genommen. "Meine Mutter hat zu dieser Zeit nur für meine Ausbildung gearbeitet" führt sie an. Sie schwärmt von ihrer Arbeit mit den Kindern und den vielfältigen Therapiemöglichkeiten der Ergotherapeutin, bei denen der Kreativität und Individualität kaum Grenzen gesetzt sind. Um ein realistisches Bild von ihrem Beruf abzugeben, nennt sie jedoch auch Nachteile: die Abhängigkeit von Ärzten, Krankenkassen und der Gesundheitspolitik beispielsweise.
Schnupper-Praktika hätten Frau Gudrun Dittmann-Nath (Ehemalige) und Frau Anja Böhm, geballte Frauen-Power aus dem Personalwesen der Firma Fehrer, aufgrund der Nachfrage ad hoc vergeben können. Fehrer erschien den Schülerinnen mit seinen vielfältigen Produkten und Ausbildungsmöglichkeiten als attraktiver Arbeitgeber. 50 Auszubildende werden in Kitzingen von der Ausbildungsleiterin Frau Anja Böhm betreut. Praktikantenstellen sind allerdings rar, da sie die Praktikanten nicht nur „unterbringen“, sondern ihnen eine sinnvolle Tätigkeit mit vielfältigen Lernfeldern bieten möchten.
Drei Berufsfelder in zwei Stunden – für einen ersten Überblick war der Berufsinfotag und die Fragen, die man loswerden konnte, prima. Sr. Inge Höning und Frau Beatrix Lutz, Projektmanagerin von Jugendpakt Kitzingen e.V., sammelten Lob ein und den Wunsch, dass der Berufsinfotag als Entscheidungshilfe zur Berufsfindung fester Bestandteil des Schuljahres werden sollte.

Text: Frau Beatrix Lutz 



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