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Autorenlesung mit Que Du Luu an der MRS


28.11.2016

 
Autorenlesung mit Que Du Luu [1]  an der MRS
 
Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V. in Volkach verlieh der Autorin Que Du Luu im November 2016 den Nachwuchspreis für deutschsprachige Kinder- und Jugendliteratur für ihren Roman Im Jahr des Affen. Anlässlich der Preisverleihung war die Schriftstellerin in Volkach und besuchte am 18.11.2016 unsere Schule, wo sie für die Mädchen der 7. und 8. Klassen, sowie der Jahrgangsstufen 8-10 der Mittelschule Volkach aus ihrem prämierten Buch vorlas, nachdem sie einen Einblick in ihr Leben gegeben hatte. 
 
Der Titel des Romans bezieht sich auf das chinesische Horoskop, in dem das Jahr des Affen alle zwölf Jahre zurückkehrt und Veränderung sowie Bewegung bedeutet.
Die Geschichte spielt 1992 in einer westfälischen Kleinstadt und handelt von der 16-jährigen Mini, die eigentlich Mäi Yü heißt. Sie lebt seit ihrem dritten Lebensjahr mit ihrem Vater in Deutschland. Da jedoch niemand ihren chinesischen Namen aussprechen kann, nennt sie sich Mini. Ihr Vater betreibt ein Chinarestaurant und spricht mit seiner Tochter chinesisch. Er lebt die chinesischen Traditionen weiter. Mini hingegen hat deutsche Freunde und spricht fließend Deutsch. Als eines Tages Minis Vater erkrankt, kommt Onkel Wu zu Besuch und Mini muss sich nicht nur im Familienrestaurant behaupten, sondern auch mit ihrer Vergangenheit und der Frage, wer sie ist und woher sie kommt auseinandersetzen. Ihr Leben gerät also, wie der Titel ankündigt, ordentlich in Bewegung.
 
Natürlich interessierte die Schülerinnen, kaum dass die Autorin sie aufgefordert hatte, ihr Fragen zu stellen, ob sie selbst Mini sei und ob es die im Buch erwähnten Personen wirklich gäbe. Que Du Luu erklärte, dass sie Menschen mit bestimmtem Aussehen oder Charaktereigenschaften selbst kenne, die sie bei der Erschaffung ihrer Protagonisten beeinflussen. Jedoch seien ihre Figuren, wie auch die Geschichten selbst, allesamt eine Mischung aus ihren eigenen Erfahrungen und ihrer Phantasie. 
Sie selbst bezeichnet sich als „intuitive“ Schreiberin, die ausgehend von einem „Urknallsatz“ eine Geschichte entwickelt, statt alles im Voraus zu planen. So ist sie selbst während des Schreibens gespannt, wie sich die Personen verändern und welchen Verlauf die Handlung nimmt. Zudem gesteht die Autorin, dass sie sich öfter dabei ertappe, auch nach längerer Zeit und Fertigstellung des Werkes, sich zu fragen, wie es der einen oder anderen Romanfigur heute wohl gehe.
Diese und weitere Fragen beantwortete Que Du Luu geduldig und am Ende erntete sie einen verdienten kräftigen Beifall der Schülerinnen und Schüler.
 

[1] Que Du Luu wurde 1973 in Saigon/Südvietnam geboren und ist chinesischer Abstammung. Nach Ende des Vietnamkriegs flüchtete sie wie Millionen andere Boatpeople über das Meer in die Bundesrepublik. In Bielefeld betrieb die Familie ein China-Restaurant.

 
Text und Foto: Frau Kerstin Hertle
 


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