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65. Geburtstag


06.02.2010

ZEITUNGSBERICHT
Hauptziel: Schülerinnen zu lebenstüchtigen Menschen erziehen
Die Leiterin der Volkacher Mädchenrealschule, Schwester Inge Höning, blickt auf erfülltes Leben zurück
Von Peter Pfannes
VOLKACH. Im jungen Alter von 21 Jahren trat Schwester Inge Höning in die Klostergemeinschaft der Dillinger Franziskanerinnen ein. An ihrem 65. Geburtstag in dieser Woche blickte die heutige Rektorin der Mädchenrealschule „St. Maria“ in Volkach auf ein erfülltes Leben zurück.
"Ich stamme aus einer gut katholischen Familie", erinnert sie sich im Gespräch mit unserer Zeitung an ihre Kindheit. Ihre Schulzeit verbrachte sie bei den Schwestern im Internat in Dillingen. "Die Erziehung dort hat mir sehr gut getan." Die Tätigkeiten der Schwestern und ihre Art hätten sie damals schon fasziniert. "Jesus in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen war eine Selbstverständlichkeit", so Schwester Inge. Schnell sei der Entschluss gefasst gewesen, sich nach dem Abitur der Klostergemeinschaft anzuschließen. In den zurückliegenden Jahrzehnten habe sie das "Getragen sein von Gott" an die Schülerinnen weiter geben können. Wichtig war ihr dabei immer, ein stückweit Missionsarbeit zu leisten. Nach dem Staatsexamen für das Lehramt an Hauptschulen und der Prüfung für das Lehramt an Realschulen unterrichtete sie viele Jahre Kinder und Jugendliche, ehe sie vor zwölf Jahren die Schulleitung übernahm. "Mein Ziel, als ich die Leitung übernahm, war es, die Mädchen für das Leben tüchtig zu machen." Sie sollten neben den schulischen Erkenntnissen auch die Fähigkeit haben, widerstandsfähig  im Leben zu sein. Leistung fordern, aber auch fördern" lautet Schwester Inges Grunddevise mit dem Ziel, die Mädchen zu mündigen Staatsbürgern und guten Christen zu erziehen. Alljährlich verlassen etwa 70 Absolventinnen mit der Mittleren Reife die Mädchenrealschule. Schwester Inge ist sich sicher, dass die Mädchen den christlichen Glauben mit ins Leben genommen haben. "Wenn wir uns zehn Jahre später bei einem Klassentreffen zusammenfinden, dann gestalten viele dieser jungen Frauen sogar den Gottesdienst." Schwester Inge weiß: "Es bleibt bei den jungen Leuten mehr hängen, als wir Lehrer uns zu denken wagen". Als einen Höhepunkt in der Schule nennt die Jubilarin den Gewinn des 1. Preises der Realschulen in Unterfranken für "außerschulische Leistungen". Den Erfolg der Mädchenrealschule führt sie auf die gute Kooperation von Schülerinnen, Lehrern, Eltern und Schulleitung in all den Jahren zurück: "Alle ziehen an einem Strang". Ans Aufhören denkt die Schulleiterin nur selten. "Der Zeitpunkt steht noch nicht fest", sagt sie und strahlt voller Tatendrang. Die Zukunft der Schule sieht sie zuversichtlich: "Es wird sicherlich unter weltlicher Leitung im franziskanischen Geiste weitergehen". Viele Lehrer hätten heute schon das franziskanische Gedankengut übernommen und würden es leben. Im Ruhestand wird es ihr nicht langweilig werden. "Da habe ich wieder mehr Zeit für unsere Ordensgemeinschaft und auch für die Schule werde ich mich im Hintergrund weiter einsetzen. An Arbeit fehlt es sicher nicht", prophezeit sie und erinnert sich an eines ihrer schönsten Erlebnisse als Ordensschwester: "Ich habe einmal in den Ferien das große Glück gehabt, in Rom einen vierwöchigen religiösen Kurs mitmachen zu dürfen". Dabei spürte sie eine "Erneuerung in mir". Schwester Inge freut sich nun auf die Osterferien und die nächste Erneuerung: Eine Busreise nach Assisi, zusammen mit Lehrerinnen, Eltern, einigen Ehemaligen und Mitarbeiterinnen im Hort: 33 Erwachsene!

  



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